Anmerkungen zum "Berechnen eines Sicherungseiles".

Dazu erste Anmerkung:

Es gibt in der Technik oder Physik keine "Impulskräfte". Es gibt einen Impuls, der sich aus Kraft * Zeit mit der Einheit
[ N * s ]  oder [ (kg * m) / s ] ergibt. Es gibt eine Kraft [ N = ( kg * m)  / s² ] und auch eine Zeit [s] .   Deshalb weise ich nochmals darauf hin, daß es zweckmäßig ist, Einheiten mitzurechnen, ansonsten können sich leicht falsche Ergebnisse und Schlußfolgerungen einstellen !

Der Impuls sagt über die Kraft, die den Impuls ermöglicht wenig aus.
Beispiel:
Der Impuls möge 50 [N*s] sein. Die Kraft könnte 50 [N] und die Zeit 1 [ s ] 
oder genauso 5 [ N ] und die Zeit 10 [s ] sein.
Alle anderen Werte, deren Produkt 50 ergibt sind ebenfalls möglich.


Dazu zweite Anmerkung:

Weder die Vorschriften der Berufsgenossenschaften noch die DIN Sicherheitsnormen sind gesetzliche Grundlagen.
Erfreulicherweise werden Gesetze nach wie vor vom Parlament gemacht.
Allerdings werden diese "Vorschriften", so will ich es einmal nennen vom Gesetzgeber gelegentlich in einem Anhang eines Gesetzes aufgenommen. Dadurch erhalten sie "Gesetzes ähnlichen Charakter". Der Grund hierfür ist einfach, sowohl der Gesetzgeber als auch Gerichte gehen davon aus, daß diese "Vorschriften" dem Stand der Technik entsprechen. Entsprechen sie, die berufsgenossenschaftlichen Vorschriften oder DIN Sicherheitsnoremnen im Einzelfall trotzdem nicht den gesetzlichen Vorschriften ( also jene Gesetze, die im Paralment verabschiedet wurden ), haftet ein Hersteller oder Betreiber entsprechend der gesetlichen Vorschriften trotzdem!
Deshalb können berufsgenossenschaftliche Vorschriften und DIN Sicherheitsnormen jederzeit durch gleichwertige oder bessere Lösungen ersetzt werden. Allerdings muß dies dann auch nachweisbar sein.

Berufsgenossenschaftliche Vorschriften wenden sich an den Betreiber. DIN Sicherheitsnormen wenden sich an die Hersteller. Darin liegt ein großer Unterschied.
Da ein Hersteller ohne Betreiber nichts verkaufen kann, ein Betreiber ohne Hersteller auch nichts zum Betreiben hat, sind DIN Sicherheitsnormen und berufsgenossenschaftliche Vorschriften aufeinander abgestimmt.
Sie ergänzen sich also und stehen sich nicht gegenüber !
Beim Sicherheitsseil wird in der sicherheitstechnischen DIN 56927 beschrieben, welchen Anforderungen es mindestens erfüllen muß und im berufsgenossenschaftlichen Regelwerk wird beschrieben, wie damit umzugehen ist.
Darüber mal in Ruhe nachzudenken lohnt sich sicherlich.

Falls Sie dazu Fragen haben, können Sie uns gerne ansprechen.

Berlin, 16.8.2011
Hans Wörwag


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